[ DIORAMA ]
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Zeichnungen zu Gedichten von Anna Hetzer. Die Texte in dem Band Stempelkissenbuch (SuKuLTuR Berlin, 2017) laden dazu ein, in einen kulturellen Kontext jenseits westeuropäischer Kulturen einzutauchen. Sie erzählen aus der Sicht einer Reisenden über Japan, berichten von verzauberten Landschaften, dem Changieren zwischen Sprachen und Kulturen, aber auch alltäglichen Situationen in Großstädten – immer vor dem Hintergrund bestimmter Bedrohungen wie Erdbeben oder atomarer Katastrophen.
Es stellen sich Fragen nach interkulturellen Kontexten, nach kulturellen Grenzen, nach dem, was fremd und eigen erscheint. Im Bewusstsein der eigenen Kultur konfrontieren sich Reisende immer mit der fremden Kultur; sie werden aufgefordert, beständig Klischees oder Stereotype – sowie Zeichen, die nur in einer der sich begegnenden Kulturen nachvollziehbar sind – zu hinterfragen.
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Auf eine solche Reise begibt man sich auch in den Zeichnungen. In einer abstrakten Bildsprache werden naturhafte und geschaffene Strukturen, die immer für bestimmte Ordnungssysteme stehen, miteinander verwoben. Sie durchdringen sich, bilden Synthesen oder zerstören sich. Strukturen, die es ermöglichen, sich in einer komplexen Welt zu verorten und Vereinbarungen zu treffen, werden aufgebrochen und in neue Kontexte gesetzt. Ordnungen und damit verbundene Vorstellungen, Klischees und Stereotype transformieren sich und erzeugen so neue Interpretationsmöglichkeiten durch die Visualisierung von Geschichte, Erinnerung und Identität.
Die Zeichnungen entstanden im Rahmen eines Arbeitsstipendiums für Bildende Kunst, vergeben von der Kulturstiftung Rhein-Neckar-Kreis e. V. (Kommandantenhaus Dilsberg, 09-11/2017).
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AUSSTELLUNG //
02.–05.2018 / Buchhandlung Ocelot (Berlin)
11.2017 / Kommandantenhaus Dilsberg (Neckargemünd)
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LINKS //
Stempelkissenbuch – Gedichte von Anna Hetzer
SuKuLTuR Berlin, 2017
ISBN: 978-3-955660-70-3
www.sukultur.de
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[ VERSCHWINDEN ]
Ausstellung der Abschlussarbeiten des Arbeits-Stipendiums im Kommandantenhaus Dilsberg // November 2017
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[ STEMPELKISSENBUCH ]
Cover-Illustration für den Lyrikband Stempelkissenbuch // Oktober 2017
Mit dem Stempelkissenbuchist ein neuer Band in der Reihe »Schöner Lesen« bei SuKuLTuR erschienen, mit neuen Gedichten von Anna Hetzer und einer Coverzeichnung von Andrea Schmidt. Der Titel Stempelkissenbuch entlehnt sich dem Kopfkissenbuch von Sei Shōnagon, einem höfischen Tagebuch aus der japanischen Heian-Zeit (平安時代, 794–1192). Während Shōnagon ihre Beobachtungen über den ihr vertrauten kaiserlichen Hof notierte, werden im Stempelkissenbuch kurze Eindrücke einer Reisenden in Japan geschildert.
[ TIME AND SPACE SOCIETY ]
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Time and Space Society ist Indie-Rock mit New-Wave-Wurzeln. Gitarrenlastige Produktionen inszenieren eine düster-rockige Grundstimmung, die durch das Spiel von Strukturen und Farben der Videos begleitet wird. Für die Konzert-Tour zu dem Album Cup of Eternity entwickelte Andrea Schmidt Zeichnungen, Videos und Fotocollagen, die zu Sound und Text live projiziert wurden.
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AUFFÜHRUNGEN //
08.2019 / Wabe / Berlin
05.2012 / Indra / Hamburg
04.2012 / King Kong Klub / Berlin
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AKTUELLE VIDEOS //
Lullaby / 2013 / Konzertmitschnitt / Indra Hamburg
White Light / 2012 / Visuals zu Live-Aufführungen
Drinking and Driving / 2012 / Visuals zu Live-Aufführungen
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LINKS //
www.timeandspacesociety.de
[ KOMA69 ]
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Expressive Literaturvertonung trifft auf experimentelle Klangerzeugung. Surreale und dadaistisch anmutende Songtexte verbinden sich mit nicht immer leicht erschließbaren Soundstrukturen. KOMA69 ist der Versuch einer Synthese aus elektronischer Musik, skurriler Poesie, hypnotisierenden Visuals und ungewöhnlichem Instrumenteneinsatz – eine Fusion aus treibendem Rhythmus, funkigen Gitarren und elektrisierenden Bässen.
Der unkonventionelle Umgang mit Lyrik, das Überschreiten der Grenzen zur Klangkunst und die Entwicklung neuer Poesieformen bestimmen das musikalisch-literarische Experimental-Projekt. Genau das meint Autoren-Musik: einen Grenzbereich neuer poetischer Zeichenbildung durch experimentelle Methoden zu erschließen.
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Entscheidend bei KOMA69 sind allgegenwärtige Spannungsfelder, nicht nur zwischen Musik, Literatur und visueller Kunst, sondern auch bezüglich Stilistik und Ästhetik. Es gibt keine klare, eindeutige Genrezuordnung. Die Musik bewegt sich in einem »kontrapunktischen Feld«: Sie pendelt zwischen Naivem und Ernstem, zwischen Pop und Industrial, zwischen Musizieren und Lärmen, zwischen Singen und Schreien, zwischen monotoner Loop-Programmierung und Improvisation. Inszeniert werden die Aufführungen durch ein visuelles Konzept kraftvoller Bewegtbildinstallationen von Andrea Schmidt.
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LINKS //
www.koma69.com
[ MYSTERIUM – Alexander Skrjabin ]
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Mysterium schafft die Synthese der Klaviersonaten nach Alexander Skrjabin (1872-1915) mit digitalen Videoinstallationen. Die Klassik des letzten Jahrhunderts, in der Gestalt postmoderner Synästhesie und Ausdruckskraft, thematisiert die existentielle Mystik der Kunst Alexander Skrjabins: den ewigen Kreislauf des Entstehens und Vergehens – die Schöpfung und den Untergang der Welt.
»Ich bringe nicht Wahrheit, sondern die Freiheit.« Mit derartigen Bekenntnissen wusste Skrjabin seiner Zeit sein Wirken als Komponist, Pianist und Forscher zu beschreiben. Konsequent arbeitete er an einer Vision, die synästhetische Verknüpfungen von auditiven und visuellen Sinneswahrnehmungen in einem Gesamtkunstwerk namens Mysterium zum Ausdruck bringen sollte.
Diesem Forschergedanken folgend, zollten die Pianistin Maria Lettberg und die Visual-Art-Künstlerin Andrea Schmidt Tribut: mit modernen Video-, Bild- und Lichtprojektionen inszenieren sie Mysterium als eigenständiges Konzertprojekt und verknüpfen auf der Basis farbharmonischer Überlegungen Skjrabins Musik und bewegte Bilder in einem durchgängigen Erzählstrang.
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Mysterium spielt mit den kunstvollen Bild-, Licht- und Videoinstallationen von Andrea Schmidt, die sich zu Maria Lettbergs Live-Piano-Musik präsentierten. Die einzelnen multimedialen Ausdrucksmittel bringen passend zum Klavierspiel die Bühnengestaltung und den synästhetischen Anspruch zur Geltung. Abhängig vom Aufführungsort wird der Zuschauerraum mit in die Gestaltung der dynamischen Performance einbezogen.
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AUFFÜHRUNGEN //
06.2009 / Festival »Showcase of research in-and-through musical practice« / Orpheus Institute Ghent
06.2006 / Konzertpräsentation »Schweizer Kammermusiktage« / Schloß Lenzburg
02.2004 / Konzertpräsentation / Ballhaus Berlin
10.2003 / Uraufführung / Sibelius Academy Helsinki
[ FIXPOETRY – Poetryletter]
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Poetryletter #312 // so schließt der wald alles ein
Gedicht: Mario Osterland / Artwork: Andrea Schmidt / FIXPOETRY 02.2016
Poetryletter #293 // dieser Tage
Gedicht: Sascha Kokot / Artwork: Andrea Schmidt / FIXPOETRY 03.2015
Poetryletter #287 // Wenn ich die Augen schließe
Gedicht: Odile Kennel / Artwork: Andrea Schmidt / FIXPOETRY 12.2014
Poetryletter #250 // Religion des intensiven Lebens
Gedicht: Alexander Graeff / Artwork: Andrea Schmidt / FIXPOETRY 05.2013
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Links //
www.fixpoetry.com
[ Die Erbärmlichkeit des Krieges – Wilfred Owen ]
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Zwischen 2014 und 2018 jährt sich zum einhundertsten Mal der Erste Weltkrieg, jenes Ereignis, das eine rasche Abfolge zivilisatorischer Katastrophen und martialischer Kriege einläutete und die Funken, die Freiheit hießen, in Europa für lange Zeit ersticken sollten.
Mit Wilfred Owen (1893-1918) stirbt vier Tage vor dem Ende des Ersten Weltkrieges ein junger Dichter – einer, wenn nicht sogar der wichtigste der War Poets, »Kriegsdichter« englischer Sprache. Er gibt in seinen Gedichten wie kein anderer Einblicke in die Erbärmlichkeit des Krieges, in seine Konsequenzen für das Individuum und für Gesellschaften. 2014 erschienen mit dem Band Die Erbärmlichkeit des Krieges die gesammelten Gedichte von Wilfred Owen (1893-1918) erstmals in deutscher Sprache im Verlagshaus Berlin. Erweitert wird die Ausgabe durch ausgewählte Briefe Owens.
Owens Gedichte sind keine, die in patriotischer Geste Feinde Feinden gegenüberstellen: Der Krieg macht alle, die in ihm leben müssen, zu Kameraden der Erbärmlichkeit. Und wo andere Dichter Trost im Nationalen suchten, Nationen als Sehnsuchtsorte imaginierten, ist das Erleben und das Sehnen Owens auf die Menschlichkeit ausgerichtet. Mit Schärfe schaut er auf die Konstruktionen, die Menschen zusammenhalten, auf die leeren Versprechungen von Christentum oder Nation. In der Erbärmlichkeit findet Owen Schönheit, ohne das Leiden zu ästhetisieren, Leiden, ohne Schönes darin zu stilisieren.
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Die Zeichnungen und Videos von Andrea Schmidt stellen sich den Texten, entwickeln künstlerische Positionen zu ihnen und entwerfen eine kontemporäre Bildsprache, die neue Zugänge zu den Texten eröffnen: Text, Soundscapes und Visuals verbinden sich im Raum, so dass für die Zuschauer_innen der Eindruck entsteht, sie seien in den Zeichnungen. Für die Performance wurden Soundscapes komponiert, die Klangräume schaffen, die Assoziationen von Kriegsklängen wecken. Dazu wird aus den Gedichten Wilfred Owens gelesen (zweisprachig: deutsch und englisch). Mit Die Erbärmlichkeit des Krieges erscheinen die gesammelten Gedichte von Wilfred Owen (1893-1918) erstmals auf Deutsch im Verlagshaus Berlin. Erweitert wird die Ausgabe durch ausgewählte Briefe Owens. 2015 wurde der Band von der Stiftung Buchkunst als eines der „Schönsten Deutschen Bücher“ ausgezeichnet.
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AUSSTELLUNGEN & AUFFÜHRUNGEN //
19.10.–11.11.2023 / Ausstellung in der Galerie Odalisque (Berlin)
04.11.2023 / Lesung & Performance / Galerie Odalisque (Berlin)
09.09.2023 / Ausstellung im Rahmen der OpenStudios – Gerichtshöfe (Berlin)
02.–05.2018 / Ausstellung der Zeichnungen in der Buchhandlung Ocelot (Berlin)
11.2015 / Buchhandlung Ocelot (Berlin) / Youtube
11.2014 / Uraufführung / Brotfabrik (Berlin) / Youtube
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WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN //
Die Erbärmlichkeit des Krieges.
Gesammelte Gedichte von Wilfred Owen
Verlagshaus Berlin, 2014 (2. Auflage 2015)
ISBN: 978-3-940249-55-5
www.verlagshaus-berlin.de
[ RUNEN – Prosaminiaturen von Alexander Graeff ]
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Die Text-Bild-Performance RUNEN schafft eine Verbindung zwischen den Medien Text und Bild. Zu den von Alexander Graeff gelesenen dichten Prosaminiaturen werden Bewegtbild-Projektionen von Andrea Schmidt live inszeniert. Text und Bild gehen eine gleichberechtigte Partnerschaft ein. Die Performance besteht in einem intermedialen Live-Seh-Hör-Spiel, die Akteure treten bewusst in den Hintergrund.
Die Text-Miniaturen erzeugen ein Schwirren zwischen rätselhafter Erzählung und lyrischer Gedankenprosa. Sie zeugen von einem poetischen Umkreisen existenzieller Erfahrungen, literarischer Dringlichkeit und persönlicher Reisereflexion. Hinzu kommt eine kontemporäre Bildsprache, die in sich selbst Illustration, Tuschezeichnung, Film und Neue-Medien-Kunst vereint, und die Texte auf eine zusätzliche Wahrnehmungs- und Bedeutungsebene hebt.
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Das Publikum begleitet Andrea Schmidt und Alexander Graeff auf eine literarisch-visuelle Reise in die Großstädte dieser Welt ebenso wie in die naheliegende Provinz, es geht nach New York und Hong Kong, nach Nepal, aber auch nach Brandenburg und an die Ostsee.
Die inszenierten Texte stammen aus Graeffs gleichnamiger Prosaminiaturensammlung Runen, die 2015 im SIC–Literaturverlag erschienen ist und von der Kulturstiftung Rhein-Neckar-Kreis e. V. Heidelberg gefördert wurde. Die Sammlung mit dem provokanten Titel versteht sich selbstverständlich nicht im Sinne neugermanischer Volkstümelei, sondern vielmehr als das, was Alexander Graeff mit seinem eigenwilligen Schreiben zwischen Lyrik und Prosa evoziert: Runen als Zeichen jenseits alltäglicher Sprachwelten, als Geheimnisträger von chiffrierten Sinn- und Bedeutungszusammenhängen. Die Zeichnungen zu den Texten des Bandes entwickelte Andrea Schmidt. Sie bilden die Grundlage für die visuelle Inszenierung.
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AUFFÜHRUNGEN //
10.2018 / Performance / Festival »SYN_ENERGY_BERLIN_ATHENS« (Berlin)
02.–05.2018 / Ausstellung der Zeichnungen in der Buchhandlung Ocelot (Berlin)
11.2017 / Performance / Kommandantenhaus Dilsberg (Neckargemünd)
10.2016 / Performance / Falladahaus (Greifswald)
01.2016 / Performance / ausland (Berlin)
11.2015 / Buchpräsentation / Z-Bar (Berlin)
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LINKS //
RUNEN – Prosaminiaturen von Alexander Graeff
[SIC]-Literaturverlag, Aachen, 2015
ISBN: 978-3-981358-73-5
www.siconline.de
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[ LOB DER MECHANISCHEN ENTE ]
Cover-Illustration für den Lyrikband Lob der mechanischen Ente // Februar 2017
Ein neues Leseheft hat bei SuKuLTuR das Licht der Welt erblickt: Lob der mechanischen Ente, herausgegeben von Tobias Roth, illustriert von Andrea Schmidt, mit einem Nachwort von Anneke Lubkowitz und Beiträgen von Marko Dinić, Asmus Trautsch, Lea Schneider, Nora Zapf, Anna Hetzer, Caca Savic, Alke Stachler, Daniel Bayerstorfer, Alexander Graeff, Esther Strauß, Joseph Felix Ernst, Georg Leß, Max Czollek, Mikael Vogel, Anneke Lubkowitz. Eine Rezension zu dem Band erschien gerade auf Fixpoetry: Automatendichtung von Jonis Hartmann.